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25.07.2018

arcade-Sonderausgabe "Faszination Hotel": 3. Salongespräch: "Wohin schwappt die Wellness-Welle?"

Soeben erschienen: die neuen arcade-Sonderausgabe "Faszination Hotel". Damit haben wir dem Thema Hotel & Interior erstmals ein ganzes Heft gewidmet. Mit tollen Referenzen, klasse Produkten, neuen Konzepten, komfortablen Luxusherbergen, fantastischen Spa-Oasen und flamboyanten Ausnahme-Hotels. Lesen Sie u.a. auch einen Bericht über das 3. „Salongespräch“ bei Joi-Design in Hamburg. Dort debattierten acht Hotellerie-Experten zu dem Thema: „Wohin schwappt die Wellness-Welle?“ Eingeladen hatten die AHGZ (Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung) und das Hamburger Innenarchitekturbüro Joi-Design. Zur Diskussionsrunde eingeladen waren Claudia Johannsen, Internorga, Trendforscherin Corinna Mühlhausen, Alexander Aisenbrey, GF Öschberghof, Dietmar Müller-Elmau, Schloss Elmau/Orania, Markus Doleschal, Deka-Immobilien, Michael Altewischer, GF Wellness Hotels & Resorts, und Innenarchitekt Peter Joehnk, Joi-Design. Die Moderation übernahm Rolf Westermann, Chefredakteur AGHZ. Medial begleitet wurde das Event u.a. von arcade.
Alexander Aisenbrey stellte zunächst seinen beeindruckenden, soeben komplett nach neuesten Standarts umgestalteten ‘Ösch’-Spa vor (Design: Joi-Design). Ein ganzheitliches Konzept für Körper, Geist und Seele, das auf stolzen 5.000 qm Fläche keinen Wunsch offenlassen dürfte. Ob Golfen, Joggen, Volleyball, Krafttraining oder Yoga – das Angebot an sportlichen Aktivitäten ist ebenso immens wie das an Relax-Möglichkeiten. Asia-Spa, Harmonie-Spa, Ladies-Spa, Onsen-Becken, Infinity-Pool, Event-Sauna oder Ice-Lounge – alles ist möglich. Aisenbreys Ziel: mit seinem allumfassenden Angebot die Verweildauer seiner Gäste auf vier Tage zu steigern.
Dietmar Müller-Elmau, dessen ‘Luxury Spa Retreat & Cultural Hideaway’ in der Branche Maßstäbe setzte, ging bei der Entwicklung seines Spa-Konzepts davon aus, dass anspruchsvolle Gäste sich das wünschen, was er selbst bevorzugt: viel Platz und Freiheit. „Wenn ich in einen Spa gehe – obwohl ich selbst nie Wellness mache! –, möchte ich niemanden treffen. Das heißt, ich brauche Platz. Viel Platz bedeutet Freiheit. Und Freiheit ist die Abwesenheit von Zwang“, philosophiert der Ausnahme-Hotelier mit Entertain-Potenzial: „Wir alle sind tagein, tagaus diversen Zwängen unterworfen, und denen möchten wir entfliehen, wenn wir uns eine Auszeit gönnen.“ Es gehe um das Austreten aus dem Moment. „Früher sind die Menschen in die Kirche gegangen, um sich zu besinnen und die Zeit einen Moment anzuhalten, heute gehen sie in den Spa.“ Um eben dieses Gefühl von Raum, Weite und Freiheit zu erzeugen, ist der Wellness-Bereich in Elmau außergewöhnlich großzügig dimensioniert. Ruhe sei dabei ein Muss, so Müller-Elmau. Deshalb bietet er separierte Bereiche für Erwachsene und Kinder an. Wer Ruhe wünscht, besucht die Kids-freien Zonen. „Ich habe selbst sechs Kinder, reagiere aber allergisch auf Kinder im Pool“, so der Hotelier.

Trendforscherin Corinna Mühlhausen beobachtet, dass auch der Wunsch nach Bewegung und Veränderung des eigenen Lebensstils bei einem Spa-Urlaub eine Rolle spielt: „Wir pendeln ständig zwischen den Polen Technik/Kultur und Natur sowie Ich und Wir.“ Diese Pole gelte es auszubalancieren. Zudem sieht sie den Zwang zur Selbstoptimierung abebben und konstatiert ein steigendes Bewusstsein für Gesundheitsbelange. Jedoch: „Auf Platz 1 der Werte-Skala steht in diesem Jahr erstmals nicht Gesundheit (Platz 2), sondern das Thema Natur!“ Der Gegentrend zur fortschreitenden Urbanisierung und Digitalisierung. „Die Leute suchen nach Erlebnissen mit und in der Natur.“ Müller-Elmau pflichtet ihr bei: „Rund 95 % meiner Gäste in Elmau gehen wandern.“ Deshalb sei ein Wellness-Bereich aber nicht weniger wichtig. Denn dem Gast die Möglichkeit zu bieten, zwischen diversen Angeboten zu wählen, mache genau die Aufenthalts-Qualität aus.

Dass zudem nachhaltige Konzepte an Bedeutung gewinnen, da­rüber sind sich alle einig. Auch wenn hier ein Widerspruch deutlich wird. Denn umfassende Spa-Anlagen benötigen in der ­Regel viel Energie. Und auch die Instandhaltungskosten können Unsummen verschlingen, was Investoren oft abschreckt, wie Doleschal anmerkt. Dennoch – bei rund 3 Mio. Wellness-Reisenden im Jahr 2017 (laut Altewischer), Tendenz steigend, stellt die Bedeutung von Wellness-Hotels wohl niemand infrage. Und doch ist dabei die „Hardware“ (sprich: Lage, Architektur, Design, Wellness, Restaurants etc.) immer nur eine Seite der Medaille. Die andere, mindestens ebenso wichtige, wenn nicht wichtigere, ist die „Software“, also das Personal – vom Housekeeping bis zum Spa-Therapeuten. Alle in der Runde stimmen dem zu. Müller-Elmau, der seinen Leuten fast das Doppelte zahlt als in der Branche üblich: „Du kannst den tollsten Spa haben, wenn die Mitarbeiter nicht top sind, nützt das alles nichts.“ Aisenbrey pflichtet ihm bei und gibt ein Beispiel: „Wenn ein Gast dem Zimmermädchen erzählt, dass er Zartbitterschokolade liebt und am nächsten Tag liegt eine Zartbitterschokolade mit einem kleinen Gruß auf seinem Tisch – das vergisst er nie mehr!“ Deshalb stellt Aisenbrey seinen Mit­arbeitern einen bestimmten Betrag zur Verfügung, den diese einsetzen können, um Gästen eine Freude zu machen. Super Idee! So lässt sich das Wellness-Gefühl noch um einiges steigern.

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